Konzentration auf das Pharmageschäft

Nebenwerte Journal

Wer unsere Berichte über die MPH Mittelständische Pharma Holding AG kennt (s. NJ 8/72), dem werden einige der folgenden Passagen über die Haemato AG bekannt vorkommen. Den Beschluss zur Namensänderung, die am 12.06.2013 vollzogen wurde, fasste die Hauptversammlung der bisherigen Windsor AC am 30.05.2013 bei einer Präsenz von 77.5 %, um damit die Neuausrichtung auch nach außen zu dokumentieren.

Zum besseren Verständnis bleiben wir bei der Behandlung der Vergangenheit bei der "Windsor AG" und gehen dann auf die Aussichten der "Haemato AG" ein. Die 1993 gegründete und erstmals im Dezember 2005 im Freiverkehr gehandelte Windsor AG widmete sich mit unterschiedlichem Erfolg dem Immobiliengeschäft. Im Jahr 2009 erfolgte der Einstieg in das Pharmageschäft, als 6.5 Mio. Vorzugsaktien von MPH und alle Anteile der Simgen GmbH übernommen wurden. Nach der vorjährigen Übernahme der Mehrheit mit 52 % durch MPH wurde die Immobiliensparte aufgegeben.

Immobilien mit Gewinn veräußert

Der Umsatz von € 25 (10.9) Mio. stammte nach dem Verkauf von Immobilien mit € 14.6 (0.1) Mio. aus diesem Segment; € 13.6 (10.7) Mio. entfielen auf den Verkauf von Arzneimitteln durch die Töchter Simgen und Pharmigon. Verkäufe von  Tochtergesellschaften erbrachten Sonstige betriebliche Erträge von € 8.2 (3 .6) Mio. Bei einem EBIT von € 9.2 (1.2) Mio. ergab sich, vor allem auf Grund der lmmobilienverkäufe, ein Jahresüberschuss von € 7.4 (1.7) Mio. Aus dem Bilanzgewinn von € 18.9 (12.1) Mio. erhielten die Aktionäre eine Dividende von € 0.25 (0) je Aktie, für die unter Berücksichtigung eigener Aktien € 3.13 Mio. erforderlich waren.

Komfortable Finanzbasis

Bei einer Bilanzsumme im Konzern von € 42.5 (40.1) Mio. entfiel auf das Eigenkapital von € 33.6 (28.7) Mio. eine EK-Quote von hohen (79) 71.4 %. Die Langfristigen Vermögenswerte von € 22.6 (30.2) Mio. sind mehr als überdeckt. Bankschulden gibt es nicht, jedoch liquide Mittel von € 7.5 (3.3) Mio. Im Jahr 2005 ausgegebene 9%ige Wandel-Genussscheine valutieren noch mit € 5.21 (5.24) Mio. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeitbetrug € 2 (1.7) Mio.

Kauf der Haemato Pharm von MPH

Nach dem Erwerb einer Mehrheit von 52 % an Windsor durch MPH (s. NJ 8/12) und gleichzeitiger Abgabe der von Windsor gehaltenen MPH-Aktien an institutionelle Adressen wurde eine strategische Neuordnung beider Gesellschaften durchgeführt, die Alleinvorstand Dr. Christian Pahl, der auch dem MPH-Vorstand angehört, den Aktionären in der Windsor-HV erläuterte. Zu diesem Zeitpunkt war das Aktienkapital um 6.9 auf 20.78 Mio. Aktien gegen Sacheinlage von 35 % an Haemato Pharm erhöht worden. Mit dieser Transaktion, der ein gerichtlich bestelltes Gutachten zugrunde lag, stieg der Anteil von MPH an Windsor auf ca. 70 %. Nach Übernahme der restlichen 65 %, deren Vollzug am 12.06.2013 gemeldet wurde und die aus eigenen Mitteln finanziert wird, rechnet Haemato in diesem Jahr mit einem Umsatz von mehr als € 200 Mio. im Pharmageschäft mit dem Fokus auf patentfreie und patentgeschützte Wirkstoffe ( Generika und EU-Importarzneimittel), zu dem weiterhin die Töchter Simgen und Pharmigon beitragen. Der Vorstand sieht in diesen Bereichen großes Potenzial, denn das Gesundheitswesen sei geprägt von Reformen, neuen Therapiemöglichkeiten und Arzneimittelausgaben, so dass der Bedarf an Alternativen, die zur Entlastung des Marktes beitragen, wächst.

Vollkonsolidierung im H2 2013

Im Q1 2013, in dem Haemato Pharm noch keinen Beitrag leistete, kletterte der Umsatz auf € 5.5 (2.2) Mio. Das Ergebnis fiel nach einem Verlust von € -2.4 Mio. im Vorjahresquartal mit € 2.61 Mio. wieder positiv aus. Im H2 2013 soll sich die Vollkonsolidierung der Haemato Pharm entsprechend den Planungen gewinnsteigernd auswirken. Das Immobiliengeschäft wird nach Abgabe aller Objekte nicht mehr betrieben. Wie Dr. Christian Pahl in der HV betonte, strebt Haemato auch für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende von € 0.25 je Aktie an. Die hohe Verzinsung von 9 % der noch ausstehenden Genussscheine ist seit Jahren ein Thema in den jeweiligen Hauptversammlungen, und auch der jetzige Vorstand sicherte zu, Überlegungen zu einer effizienteren Finanzstruktur anzustellen.

Klaus Hellwig

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