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Pharmazie Dreistellige Wachstumszahlen, Mitarbeitereinstellungen, Expansion – in Zeiten der Rezession für viele Unternehmen undenkbar. Nicht so für die Haemato Pharm AG. Seit der Gründung im Jahr 2005 schreibt der pharmazeutische Hersteller eine fortwährende Erfolgsgeschichte.

Im Gewerbegebiet von Waltersdorf ist die Haemato Pharm AG noch ein Neuling. Das Unternehmen ist erst im April 2009 aus Luckenwalde (Teltow-Fläming) in die neuen Geschäftsräume in Waltersdorf gezogen. „Damals glaubten wir, die rund 760 Quadratmeter würden für etwa zwei Jahre reichen“, sagt Vorstandschef Martin Kalveram lächelnd. Doch schon nach wenigen Monaten musste das Unternehmen weitere Geschäftsräume anmieten. Es wuchs schneller als geplant.

Die Haemato Pharm AG ist gem. § 13 des Arzneimittelgesetzes ein pharmazeutisches Unternehmen, betreibt aber aufgrund von Kosten- und Risikogesichtspunkten keine Forschung nach neuen pharmazeutischen Wirkstoffen. Vielmehr liegt das Bestreben in der Versorgung des Gesundheitsmarktes mit kostengünstigen Generika und Parallelimporten auf höchstem Qualitätsstandard.

Fokus auf Parallelimporte
Anfangs hatte sich die Haemato Pharm AG ausschließlich auf Generika spezialisiert. Diese Arzneimittel unterliegen nicht mehr dem Patentschutz und werden als Kopie eines unter einem Markennamen bekannten Medikaments vertrieben. Dabei steht ein Generikum in der Wirksamkeit und Sicherheit dem Originalpräparat in nichts nach, da die Zusammensetzung der Wirkstoffe absolut identisch ist. „Das Portfolio der Haemato Pharm AG war zuerst sehr dünn“, erinnert sich Kalveram, der 2007 in die Firma eintrat. Das Geschäft wurde zunächst mit einem Generikum aufgebaut, später kamen drei weitere hinzu, alles Präparate für die Krebstherapie. Das Problem war allerdings, dass die Zulassung für ein Generikum zwei bis drei Jahre dauerte. Neue, hochmoderne Produkte in der Krebsmedizin konnte das Unternehmen deshalb nicht anbieten. Neben den Generika fokussierte Kalveram das Unternehmen nun zunehmend auf so genannte Parallelimporte. Hierbei handelt es sich um Markenarzneimittel, die in verschiedenen europäischen Ländern vor Ort hergestellt, dort kostengünstig eingekauft und dann nach Deutschland importiert werden. Diese Präparate müsse für den deutschen Markt „aufbereitet“, das heißt umverpackt und mit entsprechenden Beipackzetteln versehen werden. Das alles geschieht unter Reinraumbedingungen, ein Qualitätsmerkmal, das das Unternehmen von reinen Arzneimittelhändlern unterscheidet. Auch in diesem Segment ist eine beeindruckende Entwicklung zu verzeichnen. Von ursprünglich sechs Zulassungen im Jahr 2007 waren Ende 2009 insgesamt 140 Zulassungen für Parallelimporte vorhanden. Inzwischen hat sich das Portfolio der Haemato Pharm enorm erweitert. Neben fünf Generika bietet das Unternehmen weitere 165 Präparate aus Parallelimporten an.

Das Produktsortiment umfasst Arzneimittel aus den Therapiegebieten HIV, Herz-Kreislauf- und Rheumaerkrankungen.

Doch nicht nur das Portfolio wuchs an, auch die Umsätze explodierten förmlich. Erzielte Haemato 2006/07 noch einen Umsatz von etwa 1,5 Millionen Euro, waren es 2008 bereits 13 Millionen Euro und für 2009 wird laut Kalveram der Umsatz rund 67 Millionen Euro betragen. Das Wachstum spiegelt sich auch in der Mitarbeiterzahl wider. 2007 beschäftigte das Unternehmen drei Festangestellte. Inzwischen sind es 41 plus 10 Mitarbeiter mit Zeitverträgen.

Gefragter Impfstoff
Im Herbst 2009 übernahm die Firma im Auftrag des Gesundheitsministeriums die brandenburgweite Verteilung des Impfstoffs gegen die Schweinegrippe. Nach anfänglichen Lieferengpässen verließen in Hochzeiten der Nachfrage bis zu 300 Päckchen pro Tag die Laderampe. „Wir stellten sogar befristet zusätzliche Mitarbeiter ein. Als wir schließlich alles gut organisiert hatten, brach die Nachfrage ein“, berichtete Kalveram. Der Verlauf der Krankheit war harmloser als erwartet.

Da alle Zeichen auf Wachstum stehen, muss sich Kalveram wegen derartiger Episoden nicht lange den Kopf zerbrechen. Für 2010 strebt das Unternehmen einen Umsatz von ca. 110 Millionen Euro an. Die Anzahl der Generika soll von derzeit fünf auf 15 steigen. Ins Portfolio will der Vorstand künftig auch Präparate aus dem Bereich der Neurologie, zum Beispiel für Alzheimer oder Parkinsonsche Krankheit, aufnehmen. Geplant ist, den Kundenstamm von gegenwärtig insgesamt 4000 Apotheken, Krankenhäusern und Pharmagroßhändlern zu erweitern. Dafür will Haemato Pharm auch außerhalb Deutschlands Absatzmärkte erschließen. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.

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